Verlangen

Hände auf nackter Haut
Pures Verlangen
Stell niemals Fragen
Schau nicht zur Uhr*
Lass uns nicht denken,
was morgen sein kann
will dich nur spüren
gebe mich dir ganz
wieder und wieder
dir nur entgegen
Ich fühle nur dich
Niemals mehr fragen
Auch wenn wir wissen
Noch gehör ich nicht dir
Noch einmal nur
dich spüren, fühlen
Blieb so gern einfach bei dir
Der Zeiger rückt weiter
Noch einmal nur.........
Ein letzter Kuss
In gestohlenen Stunden
Lächle dich an, sage dir
Wie sehr ich dich liebe
Und fahre dann........

24.9.08 17:08, kommentieren

Die Pforte

Ich hänge meine Sorgen
an die Sichel des Mondes
stemme mich
gegen den Wind der Angst
laufe um die Wette
mit den Wellen der Zeit
locke die Sonne
nach dem Wolkenbruch
und gehe meinen Weg
über die Farben des Regenbogens

endlich alles lassen können
nicht mehr jagen, nicht mehr rennen
irgendwo in ruhe stehen
und sich selbst im spiegel sehen
sitzen, träumen, sich bescheiden
aufhörn, andre zu beneiden
fern, ganz fern die pforte ahnen
nicht mehr fliehen aus den bahnen
leise werden, augen schließen
bis die ströme wieder fließen
nichts mehr wollen, nichts mehr hoffen
und die pforte steht weit offen ...

24.9.08 17:04, kommentieren

TotenStille

Lautes Geschrei
Es dröhnt in meinem Kopf aber ich kann es nicht abstellen
Ich hämmere dagegen
Schreie zurück das sie leise sein sollen
Aber sie schreien immer lauter
Kreischen und tanzen
Das dröhnen in meinem kopf wird schlimmer
Warum hört das nicht auf
Ich suche erlösung
Blut rinnt mir den arm hinunter
Ich fühle den schmerz und er beruhigt mich
Aber die stimmen schreien immer lauter du lauter
Ich komme nicht dagegen an
Ich lasse kaltes wasser in die badewanne
Ich lege mich hinein
Alles zieht sich zusammen
Mein herzschlag verlangsamt
Aber immernoch schreien die stimmen und geben nicht auf
Das wasser färbt sich rot von meinem blut
Ich fühle mich tot
Aber ich bin es nicht
Das lächeln auf meinen lippen ist längst erloschen
Meine augen schwarz verfärbt
Der spiegel meiner seele geschlossen
Und ich werde die schreienden Stimmen nicht los
Ich kann sie nicht verstehen
Weis nicht was sie von mir wollen
Sie quälen mich
Lassen mich nicht los
Was hab ich getan das sie mir das antun?
Ich versuche zu fliehn
Ich renne und renne und renne
Aber die stimmen kommen mir hinterher
Sie sind wie geister in meinem Kopf
Endlich eine Klippe
Ich laufe
Ich renne
Ich springe
Ich fliege
Ich falle
Die stimmen sind weg
TOTENSTILLE


21.9.08 23:06, kommentieren

Mit der Zeit....

Mit der Zeit lernst du,
daß eine Hand halten nicht dasselbe ist,
wie eine Seele fesseln.
Und daß Liebe nicht Anlehnen bedeutet,
und Begleiten nicht Sicherheit.

Du lernst allmählich,
daß Küsse keine Verträge sind,
und Geschenke keine Versprechen.

Und du beginnst,
deine Niederlagen erhobenen Hauptes
und offenen Auges hinzunehmen,
mit der Würde des Erwachsenen,
nicht maulend wie ein Kind.

Und du lernst,
all deine Straßen auf dem Heute zu bauen,
weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.

Mit der Zeit erkennst du,
daß sogar Sonnenschein brennt,
wenn du zuviel davon abbekommst.

Also bestelle deinen Garten
und schmücke selbst dir die Seele mit Blumen,
statt darauf zu warten,
daß andere die Kränze flechten.

Und bedenke,
daß du wirklich standhalten kannst,
und wirklich stark bist.

Und daß du deinen eigenen Wert hast.

21.9.08 22:52, kommentieren

Fee und Zweifler

Eine gute Fee: "Oh siehe, Du hast mich gefunden, und so steht es Dir frei, Dir etwas von mir zu wünschen." 
Der Zweifler: "So wünsche ich mir, dass Du mein Leben beendest, damit ich aufhöre zu zweifeln und die Wahrheit erkenne." 
Die gute Fee: "Aber wie kannst Du Dir das Ende Deines Lebens wünschen, wenn Du doch zweifelst. So zweifelst Du auch an dem, was nach dem Tod kommen mag."
Der Zweifler: "Aber noch mehr an dem Leben, dass ich führe. Doch warte, wenn Du mir mein Leben nimmst, benutze meine Energie, um ein anderes zu retten. Das könnte mir gefallen."
Die gute Fee: "Wenn Du doch am Leben zweifelst, warum möchtest Du es einem anderem Menschen geben, der Deinen Wunsch erfüllt bekommt."
Der Zweifler: "Weil das Leben nicht für alle Menschen etwas schlechtes sein muss, nicht für jeden ohne Hoffnung. Und weil es immer die falschen zu treffen scheint."
Die gute Fee: "Wie kannst Du Dir anmassen, über richtig und falsch des Lebens zu entscheiden, über die Regeln Gottes?"
Der Zweifler: "Ich kann es, weil ich nur über mein richtig und falsch zu befinden habe und nicht glauben kann, dass es einen Gott gibt. Denn wer kann sich solche Regeln ausdenken."
Die gute Fee: "Aber könntest Du ihren tieferen Sinn nicht nur verstehen, wenn Du selbst ein Gott bist? Du musst nur glauben, um Dein Leben hoffnungsvoll führen zu können."
Der Zweifler: "Ich glaubte einmal, aber das Wissen nahm mir jede Hoffnung, die Erfahrungen zerrissen meinen Lebensmut für immer."
Die gute Fee: "An was glaubtest Du, wenn nicht an Gott?"
Der Zweifler: "An die Liebe, an die einzige Ewigkeit, die Menschen sich selbst geben können. Doch Enttäuschung war meine einzige Ernte, weil jeder Hoffnungschimmer sich vor der Ewigkeit verlor, vor ihr mit Angst zurückschrecken mußte."
Die gute Fee: "Warum hast Du aufgegeben, an das wichtigste zu glauben, was Menschen sich geben können, das einzige, was alles überdauern kann, das einzige, was Leben und Tod unbedeutend macht?"
Der Zweifler: "Weil ich mir ausgeliefert habe und durch sie alles verloren habe. Und so zweifle ich weiter..."
Die gute Fee: "Warum w|nscht Dir dann nicht, dass Du aufhörst zu zweifeln?"
Der Zweifler: "Weil ich lieber der Wahrheit ins Gesicht sehe, soweit ich sie durch meine Zweifel erkennen kann, als auf ewig blind zu sein."
Die gute Fee: "Also ist jeder Mensch mit Hoffnungen, mit Glück im Herzen blind."
Der Zweifler: "Nein, das nicht. Aber wer nicht zweifelt, nicht nachdenkt, kann nicht erwidern, was um ihn herum vorgeht. Und ohne Erwiderung bleibt jedes Gefühls eine leere Hülle, ein kurzes Aufflackern von wahrem Leben."
Die gute Fee: "Lebst Du denn wirklich? Nimmst Du die Zweifel nicht um ihrer selbst willen an, ohne wirklich konsequent nach Antworten zu suchen?"
Der Zweifler: "Vielleicht ja, ich weiß es nicht. Doch wäre ich konsequenter, würde ich meine letzte Hoffnung für immer verlieren."
Die gute Fee: "Du hast noch Hoffnung? Hoffnung auf Glück, auf Liebe, die das wichtigste scheint?"
Der Zweifler: "Lieber enttäusche ich meine Hoffnungen immer wieder, als mich der absoluten Einsamkeit zu ergeben. Doch warum fragst Du mich das alles, mein Wunsch steht noch aus und niemand in dieser Welt wird
mich vermissen, wenn ich denn mein Leben gebe. Und dabei noch ein anderes rette."
Die gute Fee: "Oh, es wird Menschen geben, die sich voller Vorwürfe an Dich erinnern, Vorwürfe an sich selbst. Und ein Leben zu retten, das mußt Du schon selbst in Angriff nehmen."
Der Zweifler: "Dieses Leben zu retten, steht nicht in meiner Macht. Nichts kann dieses Schicksal ändern, außer der Mensch selbst..."
Die gute Fee: "... was auch auf Dich zutreffen dürfte."
Der Zweifler: "Mein Leben dreht sich nicht um mich, nicht um meine Existenz. Nur um ein paar Bäume, die meine Wege säumen. Doch manche kann ich am Umfallen nicht hindern, der Wind ist zu stark."
Die gute Fee: "Du zweifelst nicht an der Liebe, Du zweifelst an Dir selbst." 
Der Zweifler: "Ich zweifle an allem, den ich bin der Zweifler."
Die gute Fee: "Warum bist Du nicht zufrieden, Du hast doch alles, was Du brauchst, um halbwegs gut zu leben."
Der Zweifler: "Habe ich das? Und selbst wenn das stimmt. Was bringt es mir, wenn die Bäume fallen und das Land kahl wird? Meine Einsamkeit wird dadurch nur noch stärker werden. Ich bin nur ein einzelner Tropfen
im Meer. "
Die gute Fee: "Und doch gäbe es kein Meer, wenn es wie Dich so manche Menschen gäbe."
Der Zweifler: "Aber es macht die Welt nicht besser, ob ich in ihr lebe oder nicht, gibt ihr keinen tieferen Sinn."
Die gute Fee: "Jeder Mensch kann seine eigene Welt verbessern, sich jeden Tag aufs neue um das kümmern, was ihm am Herzen liegt, seine Gefühle ausleben..."
Der Zweifler: "...bis andere Menschen in die Welt hineinbrechen und das Traumschloss wie in einem Märchen erscheinen lassen."
Die gute Fee: "Kann ich denn gar nichts tun, auf alles hast Du eine Antwort, die Dir jede Hoffnung nimmt." 
Der Zweifler: "Im Widerspruch stehen meine Wünsche, so kannst Du sie denn nicht erfüllen."
Die gute Fee: "Wie meinst Du das?"
Der Zweifler: "Natürlich kvnnte ich mir wünschen, dass ich geliebt werde, dass ich liebe und das die Ewigkeit diese Liebe mit ihrem Siegel trifft. Aber selbst Du kannst mir keine Ewigkeit garantieren. Und ich wüßte immer, dass diese Liebe nur aufgrund eines Wunsches kam, nicht wegen einer freien Entscheidung, nicht im freien Willen. Und diesen zu brechen, steht niemandem zu, vor allem mir nicht."
Die gute Fee: "Doch wenn Du das weißt, warum löst Du Dich nicht von Deiner Trauer, Deinen Zweifeln, Deiner Angst und öffnest Dich für neue Aufgaben?"
Der Zweifler: "Weil ich nicht lösen kann, was mir als wahres vorkommt, nicht aufgeben kann, woran ich schon so lange glaube und nicht bereit bin, mich der Leere hinzugeben, die mich dann treffen würde."
Die gute Fee: "Wenn es so wahr wäre, könnten es auch andere sehen."
Der Zweifler: "Nein, denn es ist nur meine eigene Wahrheit, nicht die aller Menschen oder allgemein wahr für alle Zeit. So etwas gibt es nicht."
Die gute Fee: "Du glaubst an die Liebe für alle Zeit, also ist sie wahr für Dich. Und leugne es nicht, denn dann würdest Du leugnen, dass Du noch lebst."
Der Zweifler: "Lebe ich denn noch? Und wenn schon, ich möchte ja, dass Du diesen Gedanken in mir für immer löst. Und wer sonst noch kann an diese 'Wahrheit' glauben?"
Die gute Fee: "Widersprich Dir nicht, denn Du glaubst, diesen Menschen gefunden zu haben..."
Der Zweifler: "... was nicht stimmen kann, denn dann würde die Welt aufhören zu drehen und der Mond für immer singen."
Die gute Fee: "Lass los, was Dir am wichtigsten scheint, und Du wirst erkennen, was Dir verschlossen bleibt."
Der Zweifler: "Und wenn ich dieses nicht erkennen möchte, diesen Schritt nicht wagen möchte? Weil es mich für die Abkehr von allem bedeuten würde, wofür ich lebe?"
Die gute Fee: "Also hängst Du doch an Deinem Leben, was Du aber nicht mehr führen mvchtest? Und an Deiner eigenen Wahrheit, die verzerrt ist und sich nicht vereinbaren läßt mit der Welt?"
Der Zweifler: "Ich flüchte lieber als zu erkennen, zweifle lieber als zu glaube und sterbe lieber als zu leben."
Die gute Fee: "Glaubst Du denn nicht an mich, sonst würdest Du ja nicht Wünsche an mich richten."
Der Zweifler: "Nein, an Dich glaube ich nicht, denn Du bist ein Teil, das Zwiegesprdch in mir, was ich immer führen muss, um mich nicht dem Tode hinzugeben. Du lebst durch mich, zeigst mir meine Wünsche und gibst mir das bißchen Hoffnung, durch das ich mein Leben weiterführen kann. Und meine Grenzen werden durch Dich enger, weil ich meine Kraft dafür langsam verliere. Das letzte Mal zwischen uns beiden wird irgendwann kommen. Entweder werden wir beide sterben oder ein neuer Gedanke wird uns erfüllen. Doch was von diesen, weiß ich nicht zu sagen..."

12.9.08 16:28, kommentieren

Licht und Einsamkeit

Du bist mein Licht
und doch strebst Du in die Dunkelheit
wirst irgendwann aufhören zu leuchten

schon jetzt nur wie das Zwielicht
der winterlichen Dämmerung
kannst Du meine Seele nicht erklingen lassen

Jeder Mensch geht in sein eigenes Grab
doch durch Deine Hilfe
fällt es mir leichter


Habe Dich als meinen Schlüssel gesehen
ohne zu wissen
dass ich Pandoras Büchse öffnen würde

meiner Liebe hingegeben
meiner Verzweiflung und Einsamkeit
bis zum Tod und darüber hinaus

1 Kommentar 12.9.08 16:23, kommentieren

Schmerz

Wenn jeder Gedanke ein einziger Schmerz
jedes Wort
wie ein flammendes Schwert
in mein Herz sich bohrt
jede Erinnerung
nur die Einsamkeit verstärkt
was hält mich dann noch hier

wenn jedes Lachen von Dir
mir die Wirklichkeit vernebelt
jeder Blick
für mich ein Glücksgefühl jedes Gefühl
nicht mehr beschrieben werden kann
was hält mich dann noch hier

wenn jeder Stern
mir das Ende verkündet
jeder Vollmond mein Leben verhöhnt
jedes Funkeln Deiner Augen
mich nach der Wahrheit suchen läßt
was hält mich dann noch hier

wenn jede Quelle
aufhört zu fließen
jeder Moment
endlos erscheint
jeder Schluck des Lebns
mir bitter mundet
was hält mich dann noch hier

wenn ich Dich liebe
ohne Stolz und ohne Erfüllung
wenn ich Dein sein möchte
mit Verzicht auf mich selbst
wenn ich mir selbst jede Qual aufbürde
viel lieber als Dir
was hält mich dann noch hier

wo doch jeder Sinn verloren
jedes Gefühl ohne Zusammenhang
jeder Tag verlängert
um leidvolle Stunden
jeder Kometenstreif
von Schnerzen verdunkelt
als Satellit meines eigenen Lebens
beleuchtet mich die Sonne nur so selten
bin ich doch selbst der Mond

12.9.08 16:19, kommentieren